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P. Bartholomäus Kleindienst OP
P. Johannes Fabri OP
 

 

P. Bartholomäus Kleindienst OP

Bartholomäus Kleindienst wurde als Sohn armer protestantischer Eltern 1515 in Annaberg bei Meißen geboren und besuchte dort das städtische Gymnasium. Durch Vermittlung des großen Humanisten und Reformators Melanchthon erhielt er ein Stipendium, so dass er 1545-1546 die Leipziger Hochschule besuchen konnte.

Um diese Zeit konvertierte er vom evangelischen zum katholischen Glauben. Nach zweijähriger Tätigkeit als Hofmeister bei einem lutherischen Prediger in Erfurt erhielt er eine Freistelle an der Löwener Universität. Seinem Freund Kilian Blankenstein von Hain war es gelungen, ihn dem Beichtvater Karls V., dem spanischen Dominikaner Petrus de Soto, anzuempfehlen.

Als Petrus de Soto die neue Akademie in Dillingen eröffnete, folgte ihm sein Schüler Kleindienst dorthin. In den nächsten Jahren fasste er den Entschluss, sich für immer Gott zu weihen.

Durch Vermittlung Petrus de Sotos wurde er am Fest Mariä Verkündigung 1553 im Dominikanerkloster Augsburg eingekleidet und Mitglied des Konvents.

Nach Ablegung der Ewigen Profess an Ostern 1554 schickte ihn sein Prior Paulus a Lobrick für einige Zeit zum Ordensstudium nach Bologna.

Nach Deutschland zurückgekehrt, empfing er 1555 die Priesterweihe. 1556 ernannte ihn Kardinal Otto im Einvernehmen mit dem Augsburger Prior zum zweiten Professor der Theologie an der Dillinger Akademie; hier wurde der junge Dozent im Juli 1556 zum Bakkalaureus und am 24. November 1558 zum Doktor der Theologie promoviert.

Mit welcher Treue Kleindienst an seinem Augsburger Konvent hing, zeigt die Schenkung eines im Auftrage von Bischof Otto 1555 neu gedruckten Missales, das er dem Augsburger Konvent mit folgender Widmung übersandte: “Fr. Bartholomäus Kleindienst, Prediger Ordens, auf der Universität zu Dillingen der Theologie Professor Ordinarius und des Hochwürdigsten Herrn Otto Kardinals und Bischofs zu Augsburg Prediger in der Stadt Dillingen, hat seinem allerliebsten Konvente zum Angedenken dieses Missal geschickt, damit alle seine liebsten Brüder daselbst Gott für ihn bitten sollen. 1558“.

Wie für sein Kloster in Augsburg, zeigte Kleindienst auch reges Interesse für die gesamte deutsche Ordensprovinz. Auf dem Provinzialkapitel von 1558, das in Schwäbisch-Gmünd stattfand, setzte er in einer längeren Rede auseinander, auf welche Art und Weise eine Ordensreform durchgeführt werden müsse. Als wichtigstes Erfordernis galt ihm die Heranbildung guter Novizen, da zur Hebung der arg zerrütteten Ordensprovinz vor allem ein tüchtiger Nachwuchs erforderlich sei.

Um für einen solchen Nachwuchs zu sorgen, wurde Kleindienst beauftragt, im ehemaligen Dominikanerinnenkloster Adelhausen bei Freiburg ein Generalstudium zu errichten, eine Ordenshochschule.

Im Mai 1560 reiste er nach Rom, um sich in dieser Angelegenheit mit dem Ordensgeneral zu besprechen. Der Antrag wurde genehmigt und Kleindienst zum Regens des neuen Generalstudiums ernannt. In der Absicht, die Ordenshochschule dem Kaiser zu empfehlen, wandte er sich auf seiner Rückreise zunächst nach Wien.

Kardinal Otto, der damals in Rom weilte, gab ihm zwei Empfehlungsschreiben mit, datiert vom 30. August 1560. In dem ersten empfahl er ihn der Gunst des Kaisers Ferdinand. Kleindienst "sey ein Mann einer geprüften Gelehrtheit und einer bewährten Tugend, der vor Begierde brenne, die heilige Religion zu befördern."

In einem weiteren Empfehlungsschreiben an den Freiburger Stadtmagistrat stellte der Augsburger Bischof dem Dominikaner ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Nur ungern sehe er Kleindienst von der Dillinger Akademie scheiden; sei er doch für sie mehrere Jahre durch seine Gelehrsamkeit und sein tadelloses Leben eine Zierde gewesen. Er sei ein Mann ausgezeichneter Tugend und bewährter Wissenschaft; man möge ihn daher in Freiburg wohlwollend aufnehmen.

Zur Ausführung seines Planes sollte es aber nicht mehr kommen. Auf der Reise nach Wien erkrankte Kleindienst schwer und starb dort angekommen am 8. Oktober 1560.

Seine letzte Ruhestätte fand er im Wiener Dominikanerkloster. Zwei seiner Mitarbeiter, die Dillinger Professoren Matthäus Galenus und Jakob Menchusius, feiern ihn in der von ihnen gemeinsam veröffentlichten Leichenrede als "einen großen Verfechter des katholischen Glaubens, einen unvergleichlichen Professor der Theologie und den gelehrtesten wie beredtesten Prediger seiner Zeit."

Folgende Druckwerke sind von Kleindienst bekannt:
1. Ein recht Catholisch und Evangelisch Ermanung an seine lieben Teutschen, darinn klärlich, schrifftlich und grundlich wird angezeigt, wie sich die gutherzigen alten Christen in Glauben- und Religions-Sachen zu diesen gefährlichen Zeiten halten sollen. Dillingen, Seb. Mayer 1560. 12" (70 Bl.).
2. Consultatio de quibusdam quae ad stabiliendum et perficiendum Collegium S. Hieronymi partim utilia, partim necessaria videntur. Manuskript, erwähnt bei Veith - Bibl. August. IV, 197.


(zusammengefasst aus: Polykarp Siemer OP, Geschichte des Dominikanerklosters Sankt Magdalena in Augsburg 1225-1808, S. 114-117)