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Geschichte
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Die Geschichte der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz |
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Ursprung und Anfang Bischof Udalskalk von Augsburg übertrug 1194 den Augustiner Chorherren das „Hospiz zum Heiligen Kreuz“ für Arme und Pilger. Dieses Hospiz lag außerhalb der Augsburger Stadtmauern und war zunächst nur mit einer kleinen Kapelle verbunden. Der bis heute erhaltene Name der Kirche rührt von einer Kreuzreliquie her, die heute im Diözesanmuseum zu sehen ist. Unter Propst Berthold I. (1194-1202) wurde eine kleine Holzkirche und ein einfaches Kloster erbaut. |
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Das Wunderbarliche Gut von Augsburg Im Jahr 1194 nahm eine Augsburger Frau bei der Kommunion in
Heilig Kreuz die heilige Hostie gleich nach dem Empfang heimlich wieder
aus dem Mund und schloß sie in Wachs ein, um den eucharistischen
Leib Jesu Christi zuhause verehren zu können. Fünf Jahre lang
bewahrte sie so den Herrn in ihrer Wohnung auf. Gequält von
langjährigen Gewissensbissen, beichtete sie ihren Frevel am 11.
Mai 1199 schließlich dem damaligen Stiftspropst von Heilig Kreuz,
Pater Berthold, und übergab ihm die nach wie vor in Wachs
eingeschlossene heilige Hostie. Der Propst öffnete die
Wachsummantelung ein wenig und stellte verwundert fest: Die Hostie
hatte sich „in dünner, wunderbarer Weise verändert,
fleischförmig und mit einem roten Faden ähnlicher Gestalt“.
Er löste das Wachs vollständig ab und fand den Leib des Herrn
„gleichsam in zwei Teile gespalten, aber mit einigen Äderchen wie
mit Banden zusammenhängend“. Unschlüssig, was nun zu tun sei,
verschloss er die Hostie wieder mit dem Wachs und beriet sich mit
seinen Mitbrüdern, die ihn an Bischof Udalskalk verwiesen. Der
ordnete an, die Hostie unter Begleitung der Geistlichkeit und des
ganzen Volkes in die Domkirche zu übertragen, wo sie zur
gläubigen Verehrung ausgesetzt wurde. Nach Verlauf weniger Monate
war die gewandelte Hostie nach Zeugenaussagen vor allem während
der heiligen Messen derart angeschwollen, dass das sie nach wie vor
umgebende Wachs von alleine abgefallen war. Daraufhin ließ der
Bischof die blutrote Hostie und das Wachs in ein
Kristallgefäß einschließen und dieses in feierlicher
Prozession noch 1199 nach Heilig Kreuz zurücktragen, so dass die Wallfahrt zum sogenannten
„Wunderbarlichen Gut“ 1999 ihr 800jähriges Bestehen
feiern konnte.
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Umbau und Ausbau
Der erste Kirchturm wurde um 1200 errichtet. Der untere Teil
des Turmes steht auf Grabsteinen aus der Römerzeit. Nach einem
Brand 1314 ließ Propst Heinrich I. eine Steinkirche errichten und
ein neues Kloster bauen. Dem 18. Propst von Heilig Kreuz,
gemäß dem Chronisten einer der baufreudigsten aller
Pröpste, Vitus Fackler (1488-1517), war dieser Bau „nicht
schön genug“. Deshalb ließ er ihn niederreißen und von
1504 bis 1508 die jetzige Heilig Kreuz – Kirche bauen. Als Baumeister
gilt Burkhard Engelberg, der auch die Ulrichskirche in Augsburg
errichtet hat. In den Jahren 1716-1718 wurde die Kirche durch Propst
Augustinus von Imhof im Stil des Barock umgestaltet. |
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| Die Familie Mozart und
Heilig Kreuz
Schon Vater Leopold Mozart wirkte als Sängerknabe im Chor
von Heilig Kreuz mit, was den Beginn einer sehr freundschaftlichen
Verbindung zwischen der Familie Mozart und dem Chorherrenstift
markiert. Auch Sohn Wolfgang Amadeus besuchte das Stift mehrere Male
und dirigierte an Hochfesten den Chor. Als der 33. und letzte Propst
Ludwig Zöschinger 1778 die Leitung des Stifts übernahm,
bescheinigte ihm Vater Mozart in einem Brief an seinen Sohn Wolfgang,
er sei „ein guter Prälat für die Musik“. Unter seiner
Amtszeit erlebte das Stift eine wirtschaftliche Blütezeit und die
Kirchenmusik, wie von den Mozarts bestätigt, eine glanzvolle
Epoche. |
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Säkularisation und Auflösung
Das Chorherrenstift wurde 1803 aufgelöst. Nur der
Widerstand der Bevölkerung verhinderte, dass die Kirche zu einem
Theater umfunktioniert wurde. Die Säkularisation brachte auch
für die Stadt Augsburg einschneidende Veränderungen. Sie
musste ihren Status als freie Reichsstadt aufgeben und wurde 1806 zu
einer königlich-bayerischen Provinzstadt herabgestuft. Das hatte
eine sofortige Stationierung von Militär zur Folge. Die ehemaligen
Klöster der Stadt wurden als Kasernen benutzt, das Stift Heilig
Kreuz, noch teilweise von Augustinern bewohnt, wurde zum Lazarett. 1808
wurden die Stiftsgebäude dann Kaserne für Artillerie und
Fuhrwesen, die Kirche zur Garnisonskirche. Im ehemaligen
Prälatenbau zog 1893 die neu gegründete Fachschule für
Bauhandwerker sowie die Fortbildungsschule für Bauführer ein,
später kurz „Bauschule“ genannt. Unterdessen ging die Seelsorge an
der Heilig Kreuz-Kirche weiter. Sie wurde drei Diözesanpriestern
aufgetragen. |
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| Wiederbelebung durch die
Dominikaner
Ab 1932 wurde den Dominikanern die Seelsorge an Heilig Kreuz
übertragen. Sie waren es auch, die eine chemische Untersuchung des
Wunderbarlichen Gutes erbaten, da man theologisch nur dann von einem
„Eucharistiewunder“ ausgehen kann, wenn die Gestalt (die „Akzidentien“)
des Brotes noch vorhanden ist. Der damalige Bischof Freudendorfer
ordnete nach reiflicher Überlegung an - ohne die erbetene
Untersuchung durchführen zu lassen -, dass das Wunderbarliche Gut
nur noch in Verbindung mit einer jüngst gewandelten Hostie
ausgestellt werden dürfe. Somit darf das Wunderbarliche Gut
seitdem als eucharistische Reliquie betrachtet und verehrt werden.
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